Kontinuierliches
Lernen - Probieren - und vor allem 
Scheitern lassen uns wachsen... 

Thinking outside the box

In diesem Abschnitt teile ich ein paar Informationen zu Büchern, interessante Foren und was mich hier und da beschäftigt...

 

 

 

 

 



Bücher im
beruflichen Kontext

Führungskraft
Management 
Produktionsumfeld

Da meine Berufung meinen größten Teil im Leben einnimmt und ich mich kontinuierlich weiterentwickeln möchte und Selbstreflexion ein wichtiger Ankerpunkt darstellt.

 

 



Tennis - Das innere Spiel 

von W. Timothy Gallwey

Interessantes Buch im Kontext vom Tennis, welches das innere Spiel zwischen Selbst 1 und Selbst 2 beschreibt. 

 

 



OKR

von John Doerr

"Measure What Matters" von John Doerr lässt sich so zusammenfassen:

OKRs (Objectives and Key Results) sind ein Zielsetzungssystem, bei dem man ambitionierte, qualitative Ziele (Objectives) mit messbaren Ergebnissen (Key Results) verknüpft, um Fokus und Klarheit in Organisationen zu schaffen. Das System wurde von Andy Grove bei Intel entwickelt und von Doerr zu Google gebracht, wo es maßgeblich zum Wachstum beitrug. Entscheidend ist, dass OKRs transparent, zeitgebunden (meist quartalsweise) und ehrgeizig formuliert werden – ein Erfüllungsgrad von 60–70 % gilt bereits als Erfolg, um eine Kultur der Innovation statt der Angst zu fördern. Doerr betont vier „Superkräfte" von OKRs: Fokus, Abstimmung im Team, Verbindlichkeit und ambitioniertes Denken (Stretch Goals). Das Buch schließt mit der Botschaft, dass OKRs allein nicht ausreichen – sie müssen mit einer starken Unternehmenskultur und dem richtigen „Why" (Sinn und Zweck) verbunden sein, um wirklich zu wirken.

 

 



Mit Träumen beginnt die Realität

von D. Goeudevert

Als Sohn eines Unternehmers, aufgewachsen in dem 
elterlichen Betrieb im Bereich der Metallverarbeitung, Studium Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Produktion, Controlling und Energiewirtschaft und anschließenden ersten Jobs bei größeren Unternehmen hat mich dieses Buch immer wieder in Errinnerung gebracht: 

Zum einen der Titel passt zu meinen Antrieb und die zentrale Fragestellung in dem Buch beschäftigt mich immer wieder:

„Wenn ein Unternehmen nicht in erster Linie für die Menschen da ist – seien es Beschäftigte oder Kunden –, wozu ist es dann da?"

Der Kern des Werkes ist eine humanistische Kritik an der modernen Wirtschaftswelt: Goeudevert plädiert dafür, dass Unternehmen und Gesellschaft den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellen sollen – und nicht bloße Gewinnmaximierung. Der Titel ist Programm: Große Veränderungen beginnen mit Visionen und dem Mut, diese zu verfolgen



Learn Lean

von Klaus Beulker

Das Buch untersucht die Synergien zwischen Lean Management und den Prinzipien einer lernenden Organisation – mit der zentralen These, dass Lean nicht nur auf Effizienzsteigerung abzielen sollte, sondern auch auf kontinuierliches Lernen und Anpassung. Im Mittelpunkt steht die Idee, dass innovative Produkte und überlegene Prozesse auf den Kompetenzen jedes einzelnen Mitarbeiters basieren, die sich durch einen nachhaltigen Lernprozess mit stetig wachsenden Herausforderungen entwickeln. Beulker hebt hervor, dass echte Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern – nicht als Managementtechnik, sondern als gelebtes Prinzip – ein zentraler Pfeiler des Toyota-Produktionssystems und damit auch von Lean ist. Die Veränderungen, die ein solches System für die Mitarbeiter mit sich bringt, müssen von Führungskräften achtsam und wertschätzend begleitet werden, damit eine echte lernende Organisation entstehen kann. Das Buch bietet zudem eine systemtheoretische Perspektive und zeigt, wie Veränderungen in einem Teil des Systems das Ganze beeinflussen – mit praktischen Werkzeugen, die sofort im Arbeitsalltag angewendet werden können.

 

 

Als Führungskraft in einem Produktionsunternehmen ist "Lean" sehr schnell als Optimierungsanatz und Maß der Dinge gesetzt. Meist wird sich auf die Umsetzung und Einführung der Lean-Tools konzentriert ohne wirklich zu verstehen was eigentlich mit Lean bezweckt wird.

Das Buch und auch die persönliche Zusammenarbeit mit Herrn Beulker hat mir klar gemacht, dass es nicht primär um die Tools geht, sondern wie schafft man es, eine lernende Organisation zu werden.

Das ist heute ein Kernelement im täglichen Arbeiten und die Frage zu stellen, was haben gestern gelernt? Und meist ist es das Scheitern und Fehlversuche, aus denen wir schlau werden.



Übersicht von Lean-Tools

werde zu einem Lernenden

Notwendige Grundhaltung für Lean bzw. einer lernenden Organisation:

🧭 Grundhaltung: Vom Wissen zum Lernen

Der wichtigste Shift ist dieser:

Weg vom „Ich muss Antworten haben" Hin zu „Ich muss die richtigen Fragen stellen"

Die 6 Kern-Mindsets

1. 🔬 Wissenschaftliches Denken

  • Jede Verbesserung ist ein Experiment, keine Garantie
  • Hypothesen aufstellen: „Ich erwarte, dass..."
  • Ergebnis beobachten: „Was habe ich tatsächlich gelernt?"
  • Auch ein gescheitertes Experiment ist ein Erkenntnisgewinn

2. 🙏 Demut & Neugier

  • Nicht wissen ist okay – es ist der Ausgangspunkt
  • „Ich weiß es nicht – lass es uns herausfinden" ist eine Stärke, keine Schwäche
  • Neugier auf Prozesse, Menschen, Zusammenhänge
  • Gegenteil: Expertise-Falle – „Ich weiß schon wie es läuft"

3. 👁️ Beobachten statt Urteilen

  • Erst sehen, was wirklich passiert – nicht was man vermutet
  • Gemba-Haltung: Realität ist am Ort des Geschehens, nicht im Büro
  • Daten & Fakten vor Meinungen
  • Ohno-Kreis als physische Übung dieser Haltung

4. 💡 Fehler als Lernquelle

  • Fehler sind keine Bedrohung, sondern Informationen
  • Kein Verstecken, kein Bestrafen – Sichtbarmachen von Problemen
  • Fail Forward: Aus jedem Scheitern vorwärtskommen
  • Hansei: Ehrliche Selbstreflexion ohne Schuldzuweisung

5. 🔄 Prozessorientierung statt Ergebnisorientierung

  • Nicht nur fragen: „Was ist das Ergebnis?"
  • Sondern: „Was haben wir über den Prozess gelernt?"
  • Kurzfristige Zahlen vs. langfristige Lernkurve
  • Toyota-Prinzip: Wer den Prozess verbessert, verbessert automatisch das Ergebnis

6. 🤝 Geteilte Verantwortung

  • Lernen ist keine Einzelleistung – es entsteht im Team
  • Yokoten: Wissen aktiv teilen, nicht horten
  • Psychologische Sicherheit (Amy Edmondson): Jeder darf sprechen, fragen, zweifeln
  • Führung gibt Richtung – Mitarbeiter geben Erkenntnisse

 

Führung als Schlüssel

Das Mindset entsteht nicht durch Appelle, sondern durch Vorbilder:

Eine Führungskraft, die selbst sagt: „Ich weiß es nicht – lass uns gemeinsam nachschauen" ...gibt damit mehr für die Lernkultur als jedes Training.

Das ist der Kern der Coaching Kata und von Lean Leadership: Führung modelliert das Mindset – täglich, sichtbar, konsequent.

Zusammenfassung in einem Satz

Eine lernende Organisation braucht Menschen, die neugierig genug sind um zu fragen, demütig genug um zuzuhören, und mutig genug um zu experimentieren – auf allen Ebenen.

 

 

Hier sind die wichtigsten Lean-Tools, geordnet nach Kategorien:

🎯 Wertstromanalyse & Planung

  • Value Stream Mapping (VSM) – Visualisierung des gesamten Wertstroms
  • A3-Report – Strukturierte Problemlösung auf einem A3-Blatt
  • Hoshin Kanri – Strategische Zielplanung (Policy Deployment)

⚙️ Produktionssysteme & Fluss

  • Just-in-Time (JIT) – Produktion nur bei Bedarf
  • Kanban – Steuerung des Materialflusses mit Karten/Signalen
  • Heijunka – Produktionsnivellierung (Glättung von Menge & Mix)
  • One-Piece-Flow – Einzelstückfluss statt Losproduktion
  • Takt-Zeit – Kundentakt als Rhythmusgeber der Produktion
  • Pull-Prinzip – Produktion wird vom Kunden gezogen, nicht gedrückt

🔍 Qualität & Fehlervermeidung

  • Poka Yoke – Fehlerproofing / Fehlervermeidung durch technische Hilfsmittel
  • Jidoka – Automatische Fehlererkennung & Stopp bei Abweichung
  • Andon – Visuelles Signalsystem bei Störungen
  • Six Sigma / DMAIC – Datengetriebene Qualitätsverbesserung
  • 8D-Report – Strukturierte Problemlösung in 8 Schritten

🛠️ Stabilität & Standards

  • 5S – Arbeitsplatzorganisation (Sortieren, Setzen, Säubern, Standardisieren, Selbstdisziplin)
  • Standardisierte Arbeit – Dokumentation des besten bekannten Weges
  • Visual Management – Visuelle Darstellung von Zustand & Standards
  • Gemba Walk – Vor-Ort-Begehung zur Problemerkennung
  • OEE (Overall Equipment Effectiveness) – Kennzahl für Anlageneffektivität

🔧 Verlustreduzierung & Analyse

  • Muda / Mura / Muri – Die 3 Arten der Verschwendung
  • 7 Verschwendungsarten (7V) – Transport, Bestände, Bewegung, Warten, Überproduktion, Überbearbeitung, Fehler
  • SMED (Single Minute Exchange of Die) – Rüstzeitreduzierung
  • TPM (Total Productive Maintenance) – Ganzheitliche Instandhaltung
  • Kaizen – Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP)
  • Kaizen-Event / Kaizen-Workshop – Intensiver Verbesserungs-Workshop

📊 Problemlösung & Ursachenanalyse

  • 5 Why (5 Warum) – Ursachenanalyse durch wiederholtes Fragen
  • Ishikawa-Diagramm (Fischgräte) – Ursache-Wirkungs-Analyse
  • PDCA-Zyklus – Plan–Do–Check–Act
  • FMEA – Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse

👥 Führung & Kultur

  • Lean Leadership – Führungsansatz zur Lean-Unterstützung
  • Kata (Coaching Kata / Improvement Kata) – Wissenschaftliches Denkmuster für Verbesserungen
  • Obeya Room – Zentraler Projektsteuerungsraum
  • Obeya Room – Zentraler Projektsteuerungsraum

👁️ Beobachten & Verstehen (Go & See)

  • Ohno-Kreis (Standing in the Circle) – Stundenlange Beobachtung eines Prozesses aus einem markierten Kreis, um Verschwendung und Zusammenhänge wirklich zu sehen
  • Gemba Walk – Gezielter Gang an den Ort des Geschehens, um Realität zu verstehen (nicht aus dem Büro heraus managen)
  • Genchi Genbutsu – Japanisches Prinzip: „Geh selbst hin und sieh selbst nach"
  • Touch the Product – Prinzip: „Geh selbst hin und sieh selbst nach und berühre mit allen Sinnen"

🔄 Denken & Verbessern lernen

  • Toyota Kata – Das wichtigste Tool für die Lernende Organisation:
    • Improvement Kata – Strukturiertes Vorgehen: Zielzustand → Ist-Zustand → Hindernisse → Experimente
    • Coaching Kata – Führungskraft als Coach, der mit Fragen führt statt mit Antworten
  • PDCA-Zyklus – Lernen durch systematisches Experimentieren (Plan → Do → Check → Act)
  • PDSA (Deming) – Variante von PDCA mit Fokus auf Studieren statt nur Prüfen

🧠 Wissen teilen & dokumentieren

  • A3-Thinking – Nicht nur ein Formular, sondern ein Denkprozess: Probleme strukturiert durchdenken und teilen
  • Lessons Learned / Yokoten – Wissen aus Verbesserungen aktiv in andere Bereiche übertragen
  • Standardisierte Arbeit – Best Practice festhalten, damit Wissen nicht verloren geht

💬 Dialog & Reflexion

  • Hansei – Japanische Reflexionspraxis: ehrliche Selbstkritik und Lernen aus Fehlern
  • Nemawashi – Konsensbildung durch frühzeitige Einbindung aller Beteiligten
  • Kaizen-Events mit Nachverfolgung – Nicht nur verbessern, sondern aus dem Prozess selbst lernen

👥 Führung als Lernkultur

  • Lean Leadership – Führungskräfte als Lernbegleiter, nicht als Entscheider von oben
  • Obeya / War Room – Gemeinsamer Lernraum mit Visualisierung von Status, Hindernissen und Experimenten
  • Coaching-Dialoge – Regelmäßige 1:1-Gespräche nach Kata-Muster
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